PAP-Ergebnisse


Bei Einführung der Krebsvorsorge in Deutschland 1971 war der Gebärmutterhalskrebs für die höchste Sterblichkeitsrate unter den Krebsarten der Frau verantwortlich. Die medizinische Entwicklung der letzten Jahre hat jedoch dazu beigetragen, diese Quote deutlich zu senken. Wesentliche Voraussetzung für eine Risikominimierung ist allerdings, dass Frauen das Angebot der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung nutzen, denn gerade bei Gebärmutterhalskrebs gibt es die einmalige Möglichkeit, durch einen kleinen und schmerzfreien Abstrich von Zellen (Pap-Test) die Vorstufen des Krebses zu erkennen. Der Abstrich wird im zytologischen Labor gefärbt und unter dem Mikroskop sorgfältig gemustert. Bereits kleinste Zellveränderungen werden bei dieser Methode sichtbar. Eingeteilt werden die Untersuchungsergebnisse in die sogenannten Pap-Gruppen nach Papanicolao (Methode der Präparat-Einfärbung). Die Stadien PAP I bis PAP IV sind Vorläuferstadien. Im Stadium PAP V ist Krebs vorhanden.


Die Pap-Gruppen und ihre Bedeutung:

 

Die Pap-Gruppen und Ihre Bedeutung

Empfehlung

I / II

Kein Krebs. Normale und entzündliche Zellbilder, alles okay. Von Zellveränderungen, die sich irgendwann zu Krebszellen wandeln können, keine Spur.

Eine jährliche Kontrolle ist ausreichend.

II W

Kein Krebs. Extrem leichte Zellveränderungen, aus denen sich Vorstufen entwickeln können. Sehr geringes Risiko, echte Krebszellen zu entwickeln. In hohem Maße wird Ihre körpereigene Abwehr selbst mit diesen Zellveränderungen fertig.

Zu Ihrer Sicherheit wird empfohlen, bei diesen Zellbildern Kontrollabstriche anfertigen zu lassen.

III

Kein Krebs. Zellveränderungen, die zwar auffällig, aber zytologisch nicht eindeutig zu klären sind.

Es folgt eine von Ihrer Gynäkologin/Ihrem Gynäkologen empfohlene Therapie oder eine weiterführende Diagnostik.

IIID

Kein Krebs. Leichte Zellveränderungen der Vorstufen. Geringes Risiko, echte Krebszellen zu entwickeln. Bei ca. 60% der Frauen bilden sich diese Zellveränderungen durch Ihre körpereigenen Abwehrkräfte wieder zurück.

Bitte regelmäßige Kontrollen im vierteljährlichen Abstand.

IVa

Kein Krebs. Schwere Zellveränderungen der Vorstufen. Erhöhtes Risiko, echte Krebszellen zu entwickeln.

In diesem Falle muss ein kleiner operativer Eingriff erfolgen, der Sie vor der Entwicklung zum Gebärmutterhalskrebs bewahrt.

IVb

Schwere Zellveränderungen der Vorstufen oder Zellelemente, die für eine geringe Ausprägung von Krebs sprechen. Diese Zellbilder werden selten gesehen.

In diesem Falle muss ein kleiner operativer Eingriff erfolgen, um weitere Therapiemaßnahmen zu entscheiden.

V

Erst in dieser Gruppe finden wir Krebszellen. Diese Zellbilder sehen wir, dank regelmäßiger Teilnahme an den Krebsvorsorgeuntersuchungen, zum Glück nur noch sehr selten.

Sofortige Gewebeentnahme mit entsprechender operativer und/ oder Bestrahlungstherapie. Es gibt immer einen Weg.



Neue Untersuchungstechnik bietet mehr Sicherheit 

Die flüssigkeitsgestützte Dünnschichtzytologie ist ein neu entwickeltes Verfahren zur Abstrichentnahme und Aufbereitung der Zellen, das gegenüber dem klassischen Diagnoseverfahren deutliche Vorteile bietet. Bei dieser Methode werden für die Zellentnahme vom Gebärmutterhals spezielle weiche Gummibürstchen benutzt. Die damit gewonnenen Zellen werden in ein Flüssigkeitsmedium gegeben, aus welchem dann standardisiert ein Anteil von Zellen mittels eines aufwändigen modernen Verfahrens auf einen Objektträger gebracht wird. Somit kommt der zu untersuchende Abstrich optimal vorbereitet zur Beurteilung. Es gibt kaum noch Überlagerungen und Verklumpungen des Zellmaterials. Die Beurteilungsfähigkeit wird erheblich verbessert. Dies führt nachweislich zu einer deutlichen Erhöhung der Erkennungsrate schwerer Zellveränderungen. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass die Zellen, falls notwendig, zu weiteren Untersuchungen, z.B. zur molekularbiologischen Diagnostik (z.B. HPV) benutzt werden können.


HPV - Was ist das? 

HPV (Humane Papilloma Virus) ist eine Virusfamilie. Bei der Entstehung der Vorstufen und Jahre später des Gebärmutterhalskrebses spielen diese Viren eine wesentliche Rolle. Die Übertragung erfolgt meist durch Sexualkontakte und befällt bei Frauen die Schleimhaut von Scheide und Gebärmutterhals und beim Manne die des Penis. In fast allen Fällen bekämpft die körpereigene Abwehr diese Infektion erfolgreich. In Ausnahmefällen besteht die Möglichkeit, dass das Virus sich in den Zellen einnistet (Persistenz) und mit anderen "Mitspielern" z.B. Rauchen, Abwehrschwäche etc. Genveränderungen auslöst, die die Abwehrkräfte des Körpers nicht mehr reparieren können. Dieser Prozess verläuft über Jahre bis Jahrzehnte, deshalb ist die regelmäßige Teilnahme an der Krebsvorsorge des Gebärmutterhalses so effektiv. Die Kombination von Dünnschichtzytologie und HPV-Test bietet die zur Zeit sicherste Methode der Krebsvorsorge.

Ihre Gynäkologin/Ihr Gynäkologe ist über die Neuerungen in diesem Bereich umfassend informiert. Möchten Sie einen dieser hochmodernen Tests durchführen lassen, besprechen Sie dies mit Ihrer Gynäkologin/Ihrem Gynäkologen im Rahmen der IGeL-Leistungen. 


Sinnvolle Kombination: HPV-Impfung und Vorsorgeuntersuchung 

Die voraussichtlich ab 2006 bzw. 2007 zur Verfügung stehende HPV-Impfung bekämpft die HPV Subtypen 16 und 18, die in Europa in ca. 70% aller Fälle bei Gebärmutterhalskrebs nachgewiesen werden können. Neben diesen beiden Hochrisikotypen sind weitere 14 Subtypen durch die Weltgesundheitsorganisation als für den Menschen potenziell krebsauslösend ausgewiesen. Daher kann die HPV-Impfung eine begleitende Maßnahme zur unverzichtbaren Krebsvorsorgeuntersuchung durch einen Zellabstrich sein. Zudem wird die Impfung gegen die beiden Hochrisikotypen erst nach ca. 30 Jahren ihren Schutzmantel entfalten, wie Studien zeigen. 
Sofern Sie Interesse an einer Impfung haben, z.B. für Ihre Tochter, so fragen Sie ihre Gynäkologin/Ihren Gynäko-logen. Sie/Er berät Sie gerne und umfassend über den optimalen Impfzeitpunkt.

 

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